Warum ausgerechnet Obedience?

 

Nun, die Gründe, warum man ausgerechnet Obedience zu seiner liebsten Beschäftigung macht,  sind wohl  wohl so unterschiedlich und vielfältig, wie diese schöne Sportart selbst.

Was uns daran so gut gefällt, und wie wir auf diesen Sport gekommen sind, erzählt Euch Lara. Sie ist Schuld daran,  dass wir mit dem sogenannten Obevirus infiziert wurden.

 

Lara erzählt:

 

Es begann damit, dass meine Menschen mit mir für die Begleithundeprüfung übten. Mensch,  war das vielleicht langweilig.  Jede Woche der gleiche Kram. Nun gut ich bin halt ein Golden,-   mit dem sogenannten „will to please“ und arbeite mehr oder weniger freudig mit. Meine Leute freuten sich dann riesig als ich die Prüfung bestand, ich war glücklich über die vielen Leckerchen die ich zur Belohnung bekam und dachte mir:“ Mensch, war das öde, aber jetzt ist es ja geschafft…“ 

Falsch gedacht! Meine Leute hatten Gefallen daran gefunden mit mir zu arbeiten. Wir besuchten weiterhin eine Unterordnungsgruppe. Eigentlich war es ja ganz nett, meine Menschen lernten auch immer besser mich zu begeistern…. Nur irgendwas fehlte, wir hatten keine Ziele mehr, es wiederholte  sich einfach  immer alles. Da war irgendwie keine Spannung mehr da.  Also wollten wir richtigen Hundesport machen. Nun, was sollten wir tun? VPG? Für einen Golden wohl nicht gerade geeignet. Wir probierten es dann mit Agility.  Mein Anhang war sofort begeistert, bei mir war es nur am Anfang so. Nachdem ich Sensibelchen ein Mal von der A-Wand gerutscht bin, mied ich sie. Ebenso den Steg und die Wippe, denn dabei hätte mir ja das gleiche passieren können. So blieben mir nur noch die Hürden, aber dieses ewige Springen ödete mich an. Ich zeigte dies dann deutlich, indem ich mich anfangs noch nach der dritten Runde, einfach auf den Rücken legte, und erst wieder fröhlich aufsprang wenn meine Menschen in Richtung Tor liefen. Nachdem ich merkte damit Erfolg zu haben, wurde ich immer besser. Beim nächsten Training blockierte ich schon nach der zweiten Runde, usw. usw…
Am Ende schmiss ich mich gleich beim Anblick eines Agi Gerätes auf den Boden. Meine Leute und auch mein Trainer versuchten wirklich alles, mich zum Weitermachen rumzukriegen, doch es nützte ihnen nichts. Da ich leider seit meiner
frühesten Jugend an einer schlimmen Muskelerkrankung (Myasthenia- gravis) leide, hatte ich hier den Vorteil, dass niemand genau wissen konnte, ob ich nur nicht springen wollte,? - oder wirklich nicht konnte? Ich war eine glänzende Schauspielerin (grins), den Hürdensprung beim Obi meistere ich mit Bravour. Juchhu!!!- Ich hatte es geschafft, wir gingen nie mehr zum Agi. Mein Anhang war ein wenig traurig darüber, doch heute sind sie mir sehr dankbar, denn ohne meine Agiphobi, wären wir wahrscheinlich niemals aufs Obedience gestoßen. In der nächsten Zeit besuchten wir dann eine Unterordnungsgruppe, welche ganz nett war und mir viel Spaß machte, ich arbeitete auch wirklich gut mit. Leider wurde es nun meinem Anhang ein wenig langweilig. Es gab keinen richtigen Anreiz mehr (keine Ziele), und die Übungen wiederholten sich mit der Zeit immer wieder. Gab es denn gar nichts was uns allen Spaß machte? Ist die BH Prüfung nun ganz umsonst gewesen? Zum Glück nicht, wie es der Zufall will las jemand aus unserer Gruppe etwas über Obedience und erzählte davon. Herrchen und Frauchen waren gleich Feuer und Flamme. Zu Hause angekommen stürmten sie gleich an den PC, und googleten drauf los. Schnell wurden sie fündig und erfuhren Details.

Es las sich wirklich toll. Schnell stand fest, dass Obedience nicht nur meine Menschen, sondern auch mich begeistern konnte.

Da es noch andere Obeinteressierte in unserem Verein gab, gründeten wir in unserem Verein eine Obediencegruppe, und begannen mit dem Training, welches uns allen sehr viel Spaß machte.

Dies war ungefähr Ende 2004/Anfang 2005. An die Anfänge dieser Gruppe denken meine Menschen heute gerne noch schmunzelnd zurück, es war eine sehr schöne Zeit. Ich war der erste Hund unseres Vereins, der die Obediencebeginnerprüfung absolvierte. Ich bestand auf Anhieb mit einem Vorzüglich, und belegte zur Freude meiner Menschen, sogar gleich den ersten Platz meiner Klasse.

Endlich hatten wir eine Beschäftigung gefunden, die uns alle Drei glücklich machte.

Uns gefällt an dieser Sportart besonders gut, dass man/Hund, Obedience im Gegensatz zu den meisten anderen Hundesportarten, oft bis ins hohe Alter betreiben kann. So hat man quasi ein Hundeleben Zeit , an seinen Schwachstellen zu arbeiten,  sich zu verbessern und weiter zu entwickeln. Hunde, welche  meine Sportart betreiben, fühlen sich auch als Senior, noch gebraucht und gefordert.  Sie  bleiben geistig fit.  Da spreche ich wohl  aus Erfahrung.  Immerhin bin ich nun schon 10 Jahre alt, aber wenn ich trainiere  halten mich viele von  Weiten  für einen noch  jungen Hund. Naja, wenn sie mich dann genau betrachten sehen sie,  dass dies nicht stimmen kann.  Mein inzwischen schon sehr graues Fell, verrät mich natürlich. 

Der andere Vorteil von Obedience ist seine  Vielseitigkeit. Es ist niemals eintönig, denn es besteht aus vielen verschiedenen Übungen, welche von Klasse zu Klasse (es gibt insgesamt 4 Klassen) ihren Anspruch steigern.

So gehört zb. eine genaue  Fußarbeit  dazu,  das Apportieren verschiedener Gegenstände, das Vorrausschicken des Hundes an einen bestimmten Platz, und   perfekte Positionswechsel. In einer anderen Übung, ist dann wiederum die Hundenase gefragt. Ich habe die einzelnen Aufgabenbereiche hier nur mal ganz kurz angeschnitten, um ihre Vielfältigkeit klar zu machen.  Wer sich dafür interessiert, kann Genaueres über die  einzelnen  Aufgaben,  auf der Homepage unseres Vereins nachlesen.  Es gibt also viele verschiedene Aufgaben, welchen sich Hund und Mensch gemeinsam stellen müssen. Wichtig ist, dass Beide als Team zusammen arbeiten. Dies soll möglichst harmonisch wirken, außerdem sollte zu erkennen sein, dass der Hund freudig mit seinem Menschen arbeitet.  Obedience ist die einzige, mir bekannte Sportart, bei welcher auch Punkte für den Umgang und die Kommunikation zwischen Mensch und Hund vergeben werden.