Für immer im Herzen, - meine Lara

16.10.1998 - 01.04.2009

Dein erster Hund wird nie das werden,

was Du von ihm erwartest.

Aber alle anderen nach ihm,

werden nie wieder das für Dich sein,

was Dein erster Hund war.

 

(Indianerweisheit)

Für meine geliebte Lara

01.04.2012

 

Meine süße Püppi,

 

heute ist es schon 3 Jahre her, dass ich dich über die Regenbogenbrücke gehen lassen musste. Seit dem ist nicht ein einziger Tag vergangen, an welchem ich nicht an dich gedacht habe.

Ein Teil von Dir ist immer bei mir geblieben, in meiner Erinnerung und in meinem Herzen, du bist immer da.

Manchmal stelle ich mir vor, dass du nun wie ein kleiner Schutzengel über mich, und über deine kleine Nachfolgerin Arani wachst.

Du warst der beste Anfängerhund, den man sich wünschen konnte.

Du hast mir alles so einfach gemacht, durch dich habe ich erfahren, wieviel Freude es macht, mit einem Hund zu arbeiten. Du hast mich zu meinem Hobbie geführt, dem Hundesport. In der Welpengruppe, warst du die kleine Streberin, und später haben wir immer eine Spaßgruppe mit dir in der Hundeschule besucht. Erst als du fast 5 Jahre alt warst, schlossen wir uns einem Verein an. So sind wir zum richtigen Hundesport gekommen, und dann hast du die richtige Sportart für mich gefunden. Du hattest einfach keine Lust, auf Agility, und dies hast du uns deutlich gezeigt,- du kleiner Dickschädel. Weil du aber trotzdem gerne etwas machen wolltest, mussten wir für dich etwas passendes finden, und so kamen wir zum Obedience. Da warst du schon 6 Jahre alt. Durch dich ist eine Obediencegruppe in unserem Verein entstanden, nur weil du keine Lust auf Agi hattest.

Ach Püppi, ich erinnere mich an so viele Dinge mit dir. Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als ich dich das erste Mal, längere Zeit im Arm halten durfte. Dieser Moment war so traurig, und gleichzeitig so schön.

Ich hatte mich so sehr, auf den Tag gefreut, an dem wir dich abholen durften, und dann 2 Tage vorher, bekam ich ganz schreckliche Schmerzen und musste ins Krankenhaus. Einen Tag, bevor du abgeholt wurdest, lag ich unter dem Messer und musste eine 5 stündige, sehr schwere OP über mich ergehen lassen. Danach konnten wir einen Kinderwunsch vergessen, aber meine Gesundheit, war mir wichtiger. Du bist also genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen, denn du hast mir sehr geholfen, damit klarzukommen.

2 Tage nach der OP sagte eine sehr liebe Krankenschwester zu mir:" Sie sind so traurig, weinen sie einfach mal, und gab mir ein Taschentuch. Ich war die ganze Zeit so tapfer, aber da brach alles aus mir heraus, und ich konnte gar nicht mehr aufhören. Die Schwester blieb die ganze Zeit bei mir, und so erzählte ich ihr auch von dir, und wie sehr ich mich auf dich gefreut hatte, und nun....

Ich hatte wirklich Glück, eine so tolle Krankenschwester zu haben. Sie rief Andreas an, und sagte ihm er soll mit dir kommen. Kurze Zeit später, setzte sie mich in einen Rollstuhl, da ich noch nicht laufen durfte, packte mich in dicke Decken, denn es war bitter kalt, und fuhr mich nach draußen. Dann konnte ich dich, meinen kleinen Welpen, dass erste Mal in den Arm nehmen. Du warst so ruhig, und vorsichtig, als hättest du genau gespürt, dass ich körperlich nicht so konnte, wie ich gerne gewollt hätte. Ich bat Andreas uns einige Minuten alleine zu lassen, und dann weinte ich, was das Zeug hielt. Du hast dich ganz doll am mich gekuschelt, und mir dabei die Tränen abgeleckt. Diese Minuten werde ich nie vergessen. Über Weihnachten, durfte ich dann wenigstens tagsüber nach Hause, und konnte dich immer sehen,- du warst sooooo süß.

Bald darauf durfte ich ganz nach Hause, und es war gut, dich als Aufgabe da zu haben. Du bist der sanfteste und liebste Welpe gewesen, welcher mir je über den Weg gelaufen ist. Weder Basira, noch Arani, waren so schnell Stubenrein wie du. Keine unserer anderen Lady's konnte so schnell einen längeren Zeitraum über alleine bleiben, und keine stellte so wenig an wie du. Manchmal habe ich zu dir gesagt:" Lara, du bist ein Welpe, du musst doch mal etwas anstellen." Wenn mir damals jemand sagte, die Welpenzeit wäre zwar wunderschön, aber sehr anstrengend, konnte ich dies gar nicht nachvollziehen, später wurde ich eines bessern belehrt, besonders von Sira.

Du bist anfangs ein sehr ängstlicher Hund gewesen, doch wir konnten dich an vieles ranführen, und mit den Jahren wurdest du sogar richtig cool. Das Einzige, was dir dein Leben lang Angst einjagte waren Schüsse, Feuerwerk, Gewitter und Heißluftballons.

Als du 1,5 Jahre alt warst, brach deine schwere Krankheit, Myasthenia Gravis, aus. Es war eine schwere Zeit für mich, und ich hatte große Angst davor, dich schon so jung zu verlieren. Es dauerte lange, bis man wußte, was dir fehlt. Du konntest einfach kein Wasser mehr lassen. Du wurdest immer schwächer, und musstest in die Tierklinik, dies war eine ganz schlimme Zeit, denn ich wußte nicht, ob ich dich jemals lebend wieder nach Hause holen konnte. Nachts nahm ich immer dein Lieblingsstofftier mit ins Bett, und X mal am Tag rief ich an, um zu wissen, wie es dir geht. Dann nach 5 Tagen durften wir dich abholen, man hatte immer noch keine Diagnose, und konnte nichts mehr für dich tun. Uns zeigte man jedoch, wie wir dir manuell helfen konnten deine Blase zu entleeren. Zum Glück hattest du noch das Gefühl, wann du Pippi musstest. Wenn du dich dann gesetzt hast, konnten wir dir nun helfen. Zusätzlich gingen wir jeden Tag mit dir zum Arzt, um genau zu wissen, ob deine Blase wirklich leer ist, damit du nicht innerlich vergiftest.

Du warst so dünn, und so schwach geworden, kaum eine Runde um den Häuserblock hast du noch geschafft. Ich spielte schon mit dem Gedanken dich zu erlösen, da ich dich nicht nur wegen uns,  so leiden lassen wollte. Aber ich wusste ja, dass noch ein Befund offen stand. Die Ärzte hatten jedoch wenig Hoffnung, dass er positiv ausfallen würde, da sich diese Krankheit meist anders äußert. Nach einigen Tagen dann kam der Befund - und Bingo,- positiv. Bei Menschen recht selten, bei Hunden noch viel seltener, aber du hattest es,- Myasthenia-Gravis.

Die gute Nachricht war, dass wir nun einen Befund hatten, und dir Medikamente geben konnten. Die Schlechte war, dass man damals bei Hunden ganz wenig Erfahrung damit hatte, und man nicht wusste, ob man dir helfen konnte. Man sagte uns dann, wir sollen dir ca.  4 Wochen Zeit lassen, und wenn sich dann gar nichts geändert hatte, sollten wir dich erlösen. Du warst noch so jung, und wir wollten dir diese Chance nicht nehmen,- gut dass wir sie dir gegeben haben.

Nach ca. 2 Wochen ging es dir deutlich besser, du hattest auch nicht mehr diese Schluckbeschwerden beim Fressen, dein Hunger nahm wieder zu, endlich hast du wieder vernünftig gefuttert, und wurdest wieder kräftiger. Du warst ja nur noch Haut und Knochen. Langsam konntest du auch wieder weiter laufen, und bekamst deine Lebensfreude zurück, auch wenn du diese trotz all dem nie ganz verloren hattest. Du warst der tapferste und zähste Hund, den ich je gekannt habe. Du hast wirklich gekämpft, dass du eine Kämpfernatur bist, hat später auch deine Tierärztin immer gesagt. Nach ca 2 Monaten, merkten wir, dass wir dir immer weniger beim Pippi machen helfen mussten, und irgendwann konntest du es wieder ganz alleine. Wenn ich nach deiner Lebnserwartung fragte, sagte man uns, man wisse es nicht, aber wohl höchstens 6 Jahre. Vor einer Narkose sollten wir dich möglichst schützen, denn diese könnte sehr gefährlich für dich sein. Einmal wurdest du von einem Schäferhund gebissen, und hattest ein tiefes Loch im Nacken. Ohne Narkose mussten wir die Wunde behandeln und tackern lassen, und du hast alles ganz tapfer über dich ergehen lassen. Ja,- du warst eine Kämpferin.

Ein anderes Mal, hattest du einen tiefen Riss in der Zunge. Deine Tierärztin sagte, sie würde dies normaler Weise, nicht ohne Narkose behandeln, aber sie wüsste genau, auch wenn es weh tut,- du würdest nie zubeißen. Ihr Vertrauen in dich, hat sich gelohnt. Du warst immer super freundlich, egal zu wem, und egal was man mit dir anstellte. Ich dachte immer du hättest deine Zähne nur zum Knochen kauen, aber ein Mal, als ein anderer Hund, mir gegenüber sehr böse wurde,- da hast du mich verteidigt. Ich schäme mich ein Wenig dafür, dass ich dir dies gar nicht zugetraut hätte. Beißen, musstest du allerdings auch dabei nicht, du hast es so geschafft.

Ach Lara, du hattest 2 Leidenschaften. Die eine heißt Wasser, die andere Obedience. Auch wenn du sonst ein eher ruhiger Hund warst, bei Dingen die dir solche Freude bereitet haben, warst du nicht zu bremsen.

Weißt du noch, als du das erste Mal mit uns in Grömitz warst? Du hast allen anderen Hunden die Bälle aus dem Wasser geklaut, weil du so eine schnelle Schwimmerin warst. Ja, wenn du etwas wolltest, dann wolltest du es wirklich,- meine kleine Kämpferin. Als wir im nächsten Jahr in Grömitz waren, wußtest du sofort, wo du bist, und du wußtest noch genau, wo der Hundestrand war. Du hast nicht aufgehört, in diese Richtung zu ziehen, und wir mussten dir einfach nachgeben,- du kleiner Sturkopf.

Wenn du dann am Strand warst, musstest du erst mal ganz viele Kreise rennen, dich dann im Sand wälzen, dann ins Wasser laufen, um dich anschließend wie ein Schnitzel, zu panieren.

Weißt du noch, wie wir Zwei immer um die Wette einem Ball hinterher geschwommen sind? Ich bin eine sehr gute, schnelle Schwimmerin, aber gegen dich hatte ich keine Chance,- du hast jedes Mal gewonnen. Es war immer so lustig, wie du dich dabei zu mir umgedreht hast, um zu sehen, ob ich dir auch ja auf den Versen bleibe. Du hast die See und den Strand genauso geliebt wie ich, und jedes Mal, wenn ich nun dort bin, ist es auch ein Teil von dir.

Weißt du noch, wie wir beide in der Klasse 1 die Landesmeisterschaft gewonnen haben? Ich hatte ja immer vor jeder Prüfung die Hosen voll, aber du hast mich trotzdem nie im Regen stehen lassen. Vor dieser Prüfung hatte ich ganz besondere Angst, und dann gingen wir auf den Platz. Du warst schon fast 10 Jahre alt, und dein Fell schon ganz weiß. Es war sehr warm an diesem Tag, aber du warst so voller Begeisterung, hast alles gegeben.... Trotz deinem super nervösen Frauchen, und trotz deines Alters, haben wir in unserer Klasse gewonnen. Damit hätte ich niemals gerechnet. Du hast es echt geschafft, dass ich auf einer Prüfung von Übung zu Übung immer ruhiger wurde. Bevor die Übung begann, hast du mich immer angestubst, als wenn du mir sagen wolltest:" Hey, hab keine Angst, ich bin doch da." Bei der Siegerehrung musste ich fast weinen, weil du schon so alt warst. Du hattest schon viel mehr Jahre, als wie uns anfangs je erträumt hatten. Ich dachte immer, hoffendlich ist dies nicht dein Abschiedsgeschenk an mich. Wir liefen zu dem Zeitpunkt ja erst 1 Jahr gemeinsam Turniere. Vorher hatte Andreas dich geführt, und als er Sira bekam, habe ich dein Training übernommen. Wir haben ja immer beide etwas mit dir gemacht, nur Turniere wollte ich nicht laufen, da ich glaubte, nicht die Nerven dafür zu haben. Eigentlich wollte ich nur zum Spaß mit dir, ohne Turniere zu laufen, weiter trainieren.

So fröhlich, werde ich Dich immer in Erinnerung behalten.

Aber dann wurden wir so ein tolles Team, dass ich es dir gegenüber unfair fand, nicht zu starten. So hast du mich also auch dazu gekriegt. Nach der Landesmeisterschaft habe ich sogar noch angefangen, dich für die Klasse 2 auszubilden. Im Herbst sind wir dann noch 3 mal innerhalb weniger Wochen in dieser Klasse gestartet. Ich wußte wir sind noch nicht weit genug ein V zu erreichen, da wir noch Wackelübungen hatten. Aber ich wollte er trotzdem tun, da ich Angst hatte, dass uns die Zeit wegläuft. Und es hat sich gelohnt, wir haben alle 3 Prüfungen bestanden. Das erste Mal mit einem Gut, und die beiden nachfolgenden Prüfungen mit einem Sehr gut. 

Den Winter über trainierten wir fleißig weiter, aber obwohl du topfit warst, hatte ich schon im Herbst gespürt, dich nicht mehr lange an meiner Seite zu haben. Weißt du warum? Du hast es mir gezeigt, du warst plötzlich wie Kleber, ständig an meiner Seite. Als wolltest du deine letzte Zeit, ständig ausnutzen um noch ganz viel bei mir zu sein. So bist du sonst nie gewesen, auch geschmust, hast du vorher nie so viel.

Wir hatten im März eine Prüfung gemeldet, und ich denke diesmal hätten wir unser V geschafft, denn du warst über den Winter ganz sicher in allen Übungen geworden. Es sollte aber nicht mehr sein. Wenige Tage vor der Prüfung wurdest du sehr krank, anfangs nur Durchfall, wir meldeten die Prüfung ab. Durchfall, hattest du durch deine Krankheit so oft, und doch dieses Mal bekam auch ein Antibiotikum es nicht mehr in den Griff. Es kam eins zum anderen, dann gings dir kurz besser, dann wieder schlechter. Genau möchte ich es nicht schreiben, es sind so schon reichlich Tränen bei deinem Text geflossen.

Um es kurz zu machen, am 1.04.2009, um ca. 19.30 bist du in unseren Armen, auf deinem Lieblingssofa eingeschlafen. Deine Tierärztin hatte ihr Versprechen eingehalten, ich habe ihr immer gesagt:" Tun sie alles für meine Maus was machbar ist, aber wenn der Zeitpunkt eines Tages kommt, erlösen sie meinen Hund bitte, ich möchte nicht, dass sie unnötig leidet."

Ich bin sehr froh für dich, dass sie dieser Bitte nachgegangen ist. Sie machte uns klar, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, dich zu erlösen, denn nun würde genau dies beginnen, was wir nie für dich wollten. Du hattest schreckliche Schmerzen, und es gab nichts, was dich diesmal hätte retten können. Zum Glück hattest du diese Schmerzen, nur in den letzten Stunden. Die Tierärztin hatte dir am Abend davor, als der schlimme Schmerz begann, noch ein starkes Mittel gespritzt, da wir für die Entscheidung noch auf Blutwerte warten mussten. Am Morgen hattest du mir sogar noch einen Ball geholt, es ging dir besser, aber nur durch das Medikament,- nicht wirklich. Gegen Nachmittag wurden deine Schmerzen wieder sehr schlimm, und dann hatten wir auch die Blutwerte, und wußten was leider geschehen musste.

Bis 2 Wochen vor deinem Tod, warst du fit wie ein Turnschuh, du hattest ein glückliches, ausgefülltes Leben, und ein viel längeres, als anfangs je jemand glaubte.

Dies kann mich im Nachhinein ein wenig trösten, auch wenn ich damals erst in ein tiefes Loch gefallen bin.

Heute meine Püppi, kann ich auch ganz oft lachen, wenn ich an all die lustigen Dinge denke, welche ich mit dir erlebt habe.

Und eines spüre ich inzwischen ganz genau,- ein Teil von dir ist immer bei mir,- du bist überall.

Ich werde dich immer lieben.