19.06.2011 Mein zweiter Geburtstag und meine erste Obedienceprüfung

diesmal darf Andrea erzählen...

 

Ein wunderschönes Geschenk von meiner Maus

 

 

 

 

Am Sonntag hatte meine Arani Geburtstag. Wahnsinn, wie schnell 2 Jahre vergehen.

Natürlich hatte ich schöne Geschenke für sie ausgesucht, aber dass meine Maus mir ein viel schöneres machen würde,- damit hätte ich nicht gerechnet. Ihr Geburtstag war nämlich gleichzeitig der Tag unserer ersten Beginnerprüfung. Ich muss vorweg erzählen, dass ich totale Prüfungspanikerin bin ( allerdings nur bei Hundeprüfungen). In den Prüfungen mit meiner Lara ging es hinterher, sie wusste irgendwie, Frauchen ist zwar komisch aber mir geschieht trotzdem nichts. Ihre Ruhe hat sich dann später immer ein wenig auf mich übertragen, sodass es von Mal zu Mal etwas besser wurde, wenn es auch niemals ganz entspannt für mich ( und somit auch für meinen Hund) war.

Als Lara uns nach 10, 5 Jahren verlassen musste viel ich in ein tiefes Loch, es fühlte sich für mich genauso an, als hätte ich einen geliebten Menschen verloren. Ich wusste ziemlich schnell, dass ich nach einer Zeit wieder einen Hund bekommen würde, ich glaubte auch daran, dass ich den neuen Hund wieder lieben würde, aber dass es ein zweites Mal so eine innige Mensch-Hundbeziehung geben würde, daran zweifelte ich. Als Arani dann ca. 5 Monate später bei uns einzog, hatte ich endlich wieder eine Aufgabe, und es ging mir wieder besser. Es machte so viel Spaß, mit der kleinen Maus die Welt zu entdecken, und ich konnte endlich wieder anfangen mit einem Hund zu arbeiten, dass hatte mir sehr gefehlt.

Wie im Flug verging die Zeit, und ups- schon war es soweit und es ging auf die erste Prüfung zu.

Da war sie wieder, diese scheußliche Prüfungsangst, nach der langen Pause und mit einem neuen Hundi an meiner Seite schlimmer als je zuvor. Arani ist sehr fixiert auf mich und seeeehr sensibel. Meine größte Sorge war, dass sie wegen meiner Panik in der Prüfung entweder total zusammen brechen würde, oder sie mir durch den ganzen Stress einfach so von der Fahne gehen würde.

Eine Woche vorher hatte ich bereits das Gefühl von Steinen im Bauch, - sehr gute Diät. Schon beim Probetraining zitterten meine Beine so sehr, dass ich glaubte man würde mir beim Laufen den Boden unter den Füßen weg ziehen. Ich find’s total bescheuert, weiß auch nicht warum eigentlich, aber mein Körper übernimmt dann einfach die Kontrolle über mich. Wie sollte meine arme Maus damit nur klar kommen? Schöner Geburtstag ! Als der Sonntag dann kam, war ich schon fast froh, dass es bald endlich vorbei sein würde,- egal wie.

Dann war es so weit, die Gruppenübungen fingen an, davor hatte ich noch die wenigste Panik, da ist man ja nicht ganz allein auf dem Platz. Das Umlaufen der anderen Hunde klappte gut, wir bekamen eine 10. Dann startete der Hund neben uns, von da an wo er seinen Platz wieder einnahm bellte und jaulte er, in den höchsten Tönen. Meine Arani ist fremden Hunden gegenüber leider etwas unsicher, und ich merkte schnell, dass sie ein echtes Problem damit hatte. Ich versuchte dann die ganze Zeit sie anzugrinsen, hat bestimmt ziemlich dämlich ausgesehen, aber geholfen sie blieb ruhig sitzen. Dann kam Stehen und Betasten, wir gingen zum Steward, Rani stand wunderbar ohne Hilfen, ließ sich abtasten und als sie die Grundstellung wieder einnehmen sollte, bellte der Hund wieder los. Das Ganze in Rani’s Rücken hatte sie dann noch mehr irritiert, ich brauchte ein Doppelkommando. – 9 P.

Als ich dann dass Gebiss zeigen sollte, ( der Hund bellte immer noch ) zitterten meine Hände, und Rani wich mir kurz aus, ließ es dann aber halbwegs gut über sich ergehen.-8.5 P. Die Ablage klappte dann wunderbar, als ich zu ihr zurück kam schnüffelte sie kurz, blieben noch 9.5 P.

Ich war so glücklich, dass meine Maus mir trotz dieser für sie wirklich schweren Umstände, vertraut hat, und wir den ersten Teil so gut hinter uns gebracht hatten. Bald darauf gingen wir in den zweiten Teil. Als wir mit der Leinenführigkeit anfingen zitterten meine Beine bereits wieder. Ich versuchte mich einfach auf Rani und die Stewardanweisungen zu konzentrieren. Es war super stürmisch und regnete ( den Regen nahm ich allerdings gar nicht wahr) , so dass ich den Steward, als ich unter den hohen Bäumen lief nicht mehr verstand. Dies verwirrte mich dann natürlich noch mehr,- aber Arani blieb schön an meiner Seite, wenn sie auch etwas pendelte und die Winkel teilweise ein wenig weit waren,- sie war da! Bei der Freifolge war es ähnlich, jedoch hatte ich selbst das Gefühl, sie sah mich fiel öfter an, und das Zittern hörte endlich auf. Wir bekamen für Beides eine 7. ( Die Fußarbeit ist momentan noch unsere größte Baustelle.) Auf dem Weg zur nächsten Station wurde mir klar,- Jippieh,-Dein Hund bleibt trotz allem bei Dir, und es wirkte sich gleich auf meine Sicherheit aus. Sitz aus der Bewegung wurde eine fette 10! Schön, jetzt kam die Box, die machen wir am liebsten. Ich brauchte leider ein Doppeldown, wahrscheinlich hab ich mein Kommando bei dem Wind zu leise gegeben, und entfernte mich. Als ich mich auf dem mir zugewiesenen Platz wieder umdrehte, lag sie ganz brav da, und schaute mich an. Man sagte mir später, dass sie etwas geschnüffelt hat, aber schlau genug war aufzuhören, bevor ich mich umdrehte.( Mein Gott,- sie ist aus einer jagdlichen Leistungszucht .) Als ich sie ins Fuß rief kam sie mit so einer Geschwindigkeit, dass ich glaubte sie rennt an mir vor bei. Sie landete mit einem Sprung, sowie einem fetten Rempler gegen mein Bein, sauber neben mir in der Grundstellung.- 8.5 P. Jetzt schickte ich sie in die Box, Arani ist da im Training immer sehr schnell, in der Prüfung legte sie allerdings noch einen Tacken an Geschwindigkeit drauf. Gebannt schaute ich ihr hinterher, und verpennte fast ihr rechtzeitig dass Stehkommando zu geben. Da mein Hund sofort stand, klappte es noch. Erwartungsvoll schaute sie mich an:“ Kommt jetzt endlich mein geliebter Ball?“ Leider musste ich sie mit einem Downkommando enttäuschen, es war halt kein Training. Arme Maus- toller Geburtstag! Ich war überglücklich, als die Richterin die 10 hochhielt. Nun kam der Apport, ist ja eigentlich des Retrievers liebste Übung. Kann aber auch nach hinten losgehen. Wie steht es auf dem T-shirt? Im Training klappt’s immer ! Meine Rani wartet noch brav mein Kommando ab, dann schoss sie, wie von der Tarantel gestochen, mit lustigen Bocksprüngen zum Holz. Ich denke noch,- jetzt lässt sie den ganzen angestauten Dampf so richtig ab, und macht Faxen….. Glaubt mir, dass war mir jetzt ganz egal, den Spaß hab ich ihr von Herzen gegönnt. Sie nimmt dass Apportel also auf, ( was mich in der Situation wunderte sogar ohne zu kicken), kommt zu mir zurück und rennt, was ich schon kommen sah, an mir vorbei. Ich rief nochmal: „Fuß“, da kommt sie mit 2 weiteren Bocksprüngen von hinten in die Grundstellung. Sie schaut mich freudestrahlend an, und knautscht dabei genüsslich auf dem Holz. Hier also das volle Programm mit lustiger Showeinlage, und immerhin noch 6 Punkten. Als gemeinsames Team erhielten wir noch 10 Punkte, und erreichten am Ende,- Juchhu !!!!!! – Tatsächlich noch ein V mit 276 Punkten. Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet. Wir gingen überglücklich vom Platz. Später wurde mir erst richtig bewusst, dass ich am Ende der Prüfung fast gar keine Panik mehr hatte.

Total fertig , nass und durchgefroren aber super glücklich kamen wir abends nach Hause. Arani’s Geburtstagsgeschenke fielen an diesem Abend natürlich gleich doppelt aus. Aber dass, was mein Hund mir heute geschenkt hat, kann man mit Geld nicht kaufen. Sie hat mir an diesem Tag das schönste Geschenk gemacht, welches ein Hund seinem Menschen machen kann. Arani hat mir gezeigt, dass sie mir in jeder Situation vertraut und mich nicht im Stich lässt. Da war es wieder,- dieses innige Band, was ich auch bei Lara immer gespürt habe,- dieses :“ Egal was passiert, wir gehören zusammen.“ Ich denke viele von Euch kennen es,- es ist unbeschreiblich…

Ich habe Arani noch am gleichen Abend versprochen etwas gegen meine Prüfungsangst zu unternehmen, damit ich ihr in Zukunft Sicherheit geben

kann,- und nicht umgekehrt.