08.05.2010 Die glückliche Geschichte meiner zweiten Begleithundeprüfung

Nun war es also schon wieder soweit, heute sollte unsere 2. BH-Prüfung stattfinden. Erstaunlicher Weise war Andrea diesmal viel ruhiger. Hatte sie wirklich gelernt, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn das Schlimmste dann passiert? Das Einzige, was ihr ein wenig Sorge machte, war die brüllende Hitze an diesem Tag. Aber bei uns ist das Wetter halt unberechenbar, und so können an die 30 Grad auch schon mal Anfang Mai eintreffen.

Wie gesagt, diesmal war mein Frauchen die Ruhe selbst,- zumindest solange bis wir dran kamen und den Platz betraten. Wieder starteten wir gemeinsam mit Myriam und Shiva, und wie beim ersten Mal, sollten wir wieder mit der Platzablage beginnen.

Andrea legte mich also ab ( leider gibt es bei uns nirgends Schatten,- also in die Sonne), und entfernte sich. Als sie mit dem Rücken zu mir warten musste, schlug urplötzlich die volle, geballte Panik auf sie ein. Die Erinnerung an unsere letzte Prüfung schlich sich mehr und mehr ein,- so als wäre jener Tag auf einmal wieder da. Ich hörte ihr Herz bis zu mir schlagen, und nahm mir fest vor, dass wir es diesmal schaffen würden. Auch wenn ich diese Affenhitze überhaupt nicht mag,- ich würde durchhalten. Diesmal durften Myriam und Shiva alle Übungen zeigen, was ihnen auch super gelang. Der Leistungsrichter, welcher diesmal übrigens einen sehr netten Eindruck machte, schickte Myriam und Shiva in die Ablage, und wir mussten starten. Inzwischen schlug Andrea’s Herz so schnell, dass sie kaum noch vernünftig atmen konnte, und vor lauter Zittern wusste sie gar nicht mehr, wie sie laufen sollte. Es war ein Gefühl, als ziehe ihr jeden Moment jemand den Boden unter den Füßen weg. Ich ließ mich davon jedoch gar nicht beirren, und blieb völlig unbeeindruckt. „ Mensch Andi, nicht dass Du hier diesmal patzt und wir diese langweilige Sache noch ein drittes Mal machen müssen.“ Ich hatte wirklich etwas Angst, sie kippt mir jeden Moment aus den Latschen. Zum Glück lief sie, wenn auch etwas merkwürdig, weiter. Ich hingegen hatte ein starkes Hitzeproblem, nachdem ich ja vorher schon so lange liegend in der Sonne schmoren musste. Dadurch lief ich nicht ganz so spritzig und hochmotiviert wie bei unserer ersten BH,- aber, ich blieb die ganze Zeit brav auf Frauchens Höhe, verpennte die Winkel nicht, und setzte mich auch jedes Mal schön gerade , selbständig hin, wenn wir anhalten mussten. Das Sitz aus der Bewegung machte ich hervorragend, richtig schön zackig. Beim Platz aus der Bewegung ging ich ein wenig gemütlich in die Position, so als wäre ich eine ältere Dame. Beim Abrufen verriet ich dann ein wenig mein wahres Temperament und kam angeflogen. So durften auch wir dieses Mal unsere Vorführung zu Ende bringen.

Jippieh!!!!! Geschafft, diesmal war der Richter mit unserer Vorführung sehr zufrieden. Er erwähnte noch, ein paar Dinge, welche wir in Zukunft noch etwas verbessern könnten sagte aber, dass ihm unsere Vorführung gut gefallen hätte, und es sei ja auch wirklich sehr heiß gewesen.

Andrea und ich mussten innerlich ein wenig lachen als der Richter meinte, ich wäre halt ein sehr ruhiger Hund, aber auch sehr gehorsam, und hätte alle Aufgaben schön gezeigt.

Na mal gut dass er mich nicht vorher schon mal bei kühlerem Wetter erlebt hatte, dachten wir beide.

Oh Mann ,- dies war wirklich ein sehr aufregender, anstrengender Tag. Wir waren sooooooooo happy, nun endlich damit abgeschlossen zu haben. Abends wieder zu Hause schliefen wir beide total erschöpft, aber voller Freude, gemeinsam auf dem Sofa ein. Das Fernsehprogramm erlebten wir an diesem Abend nicht mehr.